Pferde-Influenza: Mit blauem Auge davongekommen?

Am Abend des 6. Februar sorgte eine Nachricht in Großbritannien für erheblichen Aufruhr im Pferderennsport: Der Dachverband, die British Horseracing Authority (BHA), hatte entschieden, für den nächsten Tag alle Galopprennen im Vereinigten Königreich abzusagen, da sich mehrere aktive Rennpferde nachweislich mit der Pferde-Influenza (Equine Influenza, Pferdegrippe) infiziert hatten.

Die Pferdegrippe hat viel mit den Influenza-Typen gemein, die den Menschen befallen. Symptome bei Pferden sind unter anderem stark verschleimte Atemwege, Husten und starkes Fieber. Die Krankheit kann bei besonders schwerem Verlauf tödlich enden, wobei einige Gruppen stärker gefährdet sind, zum Beispiel trächtige Stuten und Pferde mit anderen Vorerkrankungen. Sie kann über geringere Distanzen durch die Luft übertragen werden, aber auch durch Menschen, die mit den Tieren in Kontakt kommen, etwa Pferdepfleger und Jockeys. Menschen werden von diesem Influenza-Stamm nicht befallen. Auch ist es wie beim Menschen so, dass Impfungen empfohlen werden, aber keinen vollständigen Schutz bieten.

Die Pferdegrippe tritt weltweit auf, als Ausnahmen gelten Island und Neuseeland. In Australien, wo es 2007 einen schweren Ausbruch gab, sind danach keine weiteren Fälle bekannt, weshalb die Pferde-Influenza dort als ausgerottet gilt. Auf dem europäischen Festland traten hingegen auch in diesem Winter schon einige Fälle auf, unter anderem in Frankreich, Belgien und Deutschland. Häufig sind nicht geimpfte Reit- und Freizeitpferde betroffen.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass zwei infizierte Tiere am Mittwoch auf den Rennbahnen in Ayr und Ludlow liefen, ruhte der Rennbetrieb auf der Insel insgesamt sechs Tage lang. In dieser Zeit wurden Tausende von Tieren untersucht und insgesamt zehn Infektionen festgestellt, davon vier in der größten Trainingszentrale des Landes, Newmarket, wo etwa 3.000 Pferde stationiert sind. Offenbar ist es aber gelungen, die betreffenden Pferde rechtzeitig zu isolieren, weshalb am Montagabend die Entscheidung fiel, den Rennbetrieb wiederaufzunehmen. Für Unmut sorgte aber die Auflage, dass Tiere, die nicht innerhalb der letzten sechs Monate geimpft wurden, noch nicht wieder starten dürfen. Einige prominente Namen werden daher bei den nächsten anstehenden Toprennen fehlen. Es bleibt zu hoffen, dass die Vorkehrungen sich dauerhaft als ausreichend erweisen.

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