Die Krönung des Eduardo Pedroza

Das 150. Deutsche Derby wurde am 7.7.2019 in Hamburg-Horn ausgetragen und sorgte für zufriedene Gesichter bei Veranstaltern, Aktiven und Zuschauern. Weder wurde der sportliche Ausgang diskutiert, wie es einige Jahre zuvor nach zu starkem Gebrauch der Peitsche der Fall war, noch wurde das berüchtigte Horner Moor seinem Ruf gerecht. Während es in den Vorjahren gelegentlich zur Sumpflandschaft mutierte, sorgten diesmal geringe Niederschläge und kühles Wetter für gute Bodenverhältnisse und äußere Bedingungen. Mit Laccario gewann zum ersten Mal seit 25 Jahren ein Pferd des Gestüts Ittlingen. Trainer Andreas Wöhler holte seinen insgesamt fünften Sieg im Blauen Band. „Das beste Pferd hat gewonnen“, äußerte sich auch das Team um den zweitplatzierten Django Freeman.

Aber der glücklichste Mensch unter den gut 24.000 Anwesenden dürfte Jockey Eduardo Pedroza gewesen sein, der Laccario zum Derbysieg führte. Es war bei seinem 17. Ritt in dem Klassiker das erste Mal, dass er den Siegerpokal in die Höhe stemmen durfte.

Für Eddie Pedroza, wie er meist genannt wird, war es der bisherige Karrierehöhepunkt – dabei gab es schon zahlreiche große Erfolge. Pedroza wurde 1974 in Panama geboren und hatte in seinem Heimatland schon 99 Siege im Rennsattel gesammelt, als ihn ein Onkel 1995 nach Deutschland lotste – angedacht war wohl zunächst für ein Jahr. Besagter Verwandter vermittelte auch den Kontakt zu Andreas Wöhler, für den Pedroza erstmals 1996 in den Sattel stieg. 2003 stieg er bei Wöhler zum Stalljockey auf. Bereits 2002 gelang Pedroza der erste Sieg in einem Grupperennen, mit Andreas Löwes Portella gewann er die German 1000 Guineas. Insgesamt sammelte Eddie bis zum Derby 2019 1531 Siege, gewann reihenweise bedeutende Prüfungen, zum Beispiel dreimal den Preis der Diana (2013, 2015 und 2016), auf Novellist 2013 den Großen Preis von Baden in Iffezheim, auf Altano den Prix du Cadran in Longchamp, mit Protectionist den Großen Preis von Berlin, um nur einige zu nennen.

Nur im Derby, da wollte es einfach nicht klappen. 2011 etwa hatte Pedroza sich im Blauen Band für den Ritt von Earl of Tinsdal entschieden, es gewann dessen Stallgefährte Waldpark unter Jozef Bojko. 2012 brachte Pedroza mit dem bereits erwähnten Novellist den Favoriten an den Start, dem von Außenseiter Pastorius der Sieg weggeschnappt wurde, möglicherweise weil Novellist, bedingt durch einen aufkommenden Infekt, seine Leistung nicht ganz abrufen konnte. 2016 saß Pedroza auf Wai Key Star, und wieder ging der Sieg an einen Stallgefährten, diesmal Isfahan unter dem italienischen Jockey Dario Vargiu. 2018 wurde Eddie mit dem hoch gehandelten Royal Youmzain Dritter. Bis 2019 endlich der Knoten platzte, Sieg Nummer 1532 in der Karriere des Eddie Pedroza war wohl der bisher wichtigste.

Übrigens: Wenn’s erst einmal läuft, dann läuft’s. Nur eine Woche nach dem Sieg in Hamburg-Horn gewann Pedroza mit Red Cactus auch das Schwedische Derby in Jägersro.

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